Nikotinfrei Rauchen.

Wie du selbst eine Tabakalternative sammeln kannst in der Natur – aromatisch und regional.

Deinen eigenen Kräutertabak selbst machen

Für alle, denen keine Mischung aus dem Laden zusagt oder schlicht die Fülle des eigenen Gartens nutzen möchten: Wir geben dir gerne unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter. Im Sommer bieten wir Nachmittage mit Kräuterwanderungen an, an denen wir Basiswissen zu Pflanzen und Blüten vermitteln, worauf beim Sammeln, Trocknen und Fermentieren geachtet werden muss und danach kann sich jede:r eine kleine eigene Mischung nach unseren Rezepten zusammenstellen.

Komm gern dazu zur Rauchkraut-Wanderung.
Alle Ankündigungen für gemeinsames Wirken findet ihr hier.

Wir freuen uns auf dich! ~ Mela und Raphael von Heckenwerk

Hilfe bei der Entwöhnung von Tabak mit Rouchkrūt und Yoga Nidra

Mit Kräutertabak konnten schon viele ihren Tabakkonsum erheblich reduzieren oder ganz aufgeben. Manche steigen hier plötzlich um, andere haben mit einem langsamen Ausschleichen und Ersetzen von Tabak gute Erfolge erzielt. Zusätzlich kannst du dich durch angeleitete Meditationen im Prozess begleiten lassen, zum Beispiel als einfache Entspannungstechnik oder gezielt zum Auflösen deiner emotionalen Bindung zum Rauchen.

Wenn dich diese Ideen ansprechen, nimm gerne Kontakt mit uns auf und wir gucken gemeinsam, was sich daraus entwickelt.

Knaster, Naturtabak, Kräuterzigarette?

Hauptsache, nikotinfrei Rauchen! Schon unsere Vorfahren wussten ein Pfeifchen, gestopft mit heimischen Blättern und Blüten zu schätzen. Die Wirkungen sind derer vielerlei, von beruhigend oder beflügelnd bis hin zu medizinischen Behandlungen – haben doch viele ätherische Öle antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die beim direkten Inhalieren am besten wirken.

Und diese Bräuche gab es schon lange bevor der Tabak Europa eroberte – nur sind sie fast gänzlich aus unserer Kultur verschwunden. Inzwischen kehrt mit mehr Bewusstsein für Gesundheit und ganzheitlichen Lebensstil auch die Lust an regionalem Rauchgenuss zurück.

Was ist Kräutertabak?

Der Begriff Tabak hat sich schlicht eingebürgert für getrocknetes oder fermentiertes Kraut, das zerkleinert und geraucht wird. Deshalb nennen wir das der Einfachkeit halber meist Kräutertabak, auch wenn keine Blätter der Tabakpflanze verwendet werden. Also quasi wie Bio Tabak ohne Zusätze – nur dass die selbst gesammelten Pflanzen darüber hinaus mit der hiesigen Tradition und der Erde unter unseren Füßen verbunden ist.

Besonders Menschen mit einem bewussteren Lebensstil schätzen die nikotinfreie Alternative zu Zigaretten und die Bandbreite an natürlichen, verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Vorteile und Nutzen von Kräutertabak

  • Kräutertabak enthält keine abhängigmachenden Substanzen und wird weltweit zur Unterstützung beim Ausstieg aus der Nikotinsucht genutzt.

  • eine Alternative für Menschen, die den Genuss von Cannabis/Marihuana schätzen, aber nikotinfreies Drehzeug bevorzugen.

  • mit den natürlichen Geschmacksnoten und ihrem leckeren Aroma hast du vollen Rauchgenuss ohne künstliche Zusatzstoffe.

Was gibt es bei eigener Herstellung zu beachten?

Grinden oder Verreiben

Auch wenn du darauf achtest, dass keine harte Stängel in der Mischung landen, bietet es sich an, kurz vor Verzehr einen Grinder oder Mörser zu benutzen und das Rauchkraut weiter zu zerkleinern. Dass hat mehrere Vorteile:

  • Viele der tollen ätherischen Öle und ihr Aroma entfalten sich so erst direkt vor dem Konsum, anstatt sich schon während der Lagerung zu verflüchtigen, wie es bei schon geriebenen Kräutern anderer Anbieter oft der Fall ist. Eine unmittelbar vor dem Gebrauch stattfindende Verreibung bietet dir also den höchsten Genuss!

  • Es erleichtert das Drehen, besonders wenn das Rauchkraut in eine Zigarette oder Tüte verbaut wird (noch einfacher wird es mit einem Drehmaschinchen). Auch bei Verwendung einer Bong oder Pfeife kann Grinden das Stopfen erleichtern und die Glut besser halten, da die Fasern in der Masse dichter sind.

  • Wenn du weitere Kräuter zufügen möchtest, wie THC-haltiges Cannabis oder CBD-Blüten, kannst du direkt und ohne Mehraufwand eine besonders gleichmäßige Mischung erzielen.

Aufbewahrung

  • Sollte sich das Kraut zu trocken anfühlen, können frische Kräuter oder ein Stück Brot beigelegt werden – Apfelstückchen sind oft zu feucht und könnten Schimmelbildung begünstigen.

Geeignet für Rituale oder Zeremonien

Bitte bring beim Sammeln in der Natur den Pflanzenspirits Achtung entgegen und bemühedich, das Sammelgebiet weit zu streuen, so dass der Eingriff an einem Flecken möglichst schonend ausfällt. Wenn wir selbst sammelm, fragen wir die einzelnen Pflanzen um Ernteerlaubnis und lassen eine Opfergabe da, so dass das Prinzip von Gebo X – Geben und Gegengabe – gewahrt bleibt. Wir sind hier um Ausgleich bemüht und wahren Nachhaltigkeit und Respekt gegenüber den Geschenken, die uns Mutter Natur so großzügig anbietet.

Ein Teil dieser Haltung ist die Vermittlung von Wissen und Heranführung an ein neues Verbunden-Sein mit den uns umgebenden Wesenheiten. Sie wollen gerne mit uns in Kontakt kommen und wieder Teil einer gelebten Beziehung werden.
So kann es ein schönes Experiment sein, bei einem Ritual mit Pfeife hiesige Kräuter zu verwenden, auch wenn der Tabak in anderen Ländern als starke Medizin angesehen wird. Ebenso bietet sich Räucherwerk mit heimischen Harzen an, statt auf exotische Hölzer oder eine Kakaozeremonie zurückzugreifen.

Gerne kommen wir mit dir darüber in den Austausch!


Gibt es gesundes Rauchen?

Ein dicken großes Jein. Grundsätzlich befördert Rauch immer auch Partikel in die Lungen und wer in einer Pfeife raucht wird auch hier die typischen Ablagerungen von Harzen und Ruß finden. Jedoch sitzen wir gern am Lagerfeuer oder wohnen in der Stadt, da lässt sich diese zusätzliche Belastung bei gemäßigtem Konsum sicherlich vernachlässigen.

Allerdings ist Nikotin ein schwer schädigendes Nervengift, das zu einer starken und sich schnell entwickelnden Abhängigkeit führt, einer Erhöhung des Cholesterinspiegels, des Herzinfarktrisikos und vieles mehr. Außerdem darf die Tabakindustrie viele verschiedene chemische Stoffe zufügen, oft mit dem Ziel kleiner Mikroverletzungen in der Lunge, damit das Nikotin stärker wirkt.

Auch bei hiesigen Kräutern sollte man nicht einfach irgendetwas ausprobieren. Selbst in der sanften Naturheilkunde gibt es Pflanzenstoffe, die im Verdacht stehen, krebsauslösende Verbrennungsrückstände zu produzieren – während andere sogar positive Wirkung auf die Atemwege haben können und die Selbstreinigung der Schleimhäute fördern, wie Huflattich zum Beispiel.
Wir achtet bei den Workshops darauf, darüber aufzuklären und empfehlen, nur Kräuter und Blüten zu benutzen, die nach Erfahrungswerten, Überlieferung und heutigen Erkenntnissen gesundheitsschonend verbrennen und weichen Rauch begünstigen.

Cannabis und Tabak – eine gute Kombination?

Vom gesundheitlichen als auch energetischen Aspekt passen Mary Jane und die Tabakpflanze eigentlich gar nicht so gut zusammen:

  • Der Tabak zieht die Gefäße zusammen und erschwert besonders in den feinen Kapillaren die Blutzirkulation. Gerade wenn du mit niedrigem Blutdruck sowieso zum Frösteln mit Cannabis neigst, ist es eine Überlegung wert, auf Kräuter umzusteigen.

  • Viele Erleben das Tabak-High als dämpfend, was der Entspannung durch Cannabinoide die Leichtigkeit/Weite nimmt und auch die fokussierende, kreative Seite nicht optimal begleitet.

Rauchkraut kann so zusammengestellt werden, dass es den Genuss von Cannabis eher unterstützt. Beifuß (aber bitte nicht die Gewürzkrümel aus dem Supermarkt!) ist zum Beispiel ein traditionelles, hiesiges Traumkraut, das wunderbar mit der entspannenden Wirkung harmoniert, während eine leichte Minzprise die Klarheit und den Fokus unterstützt. Eine blumige Mischung hebt dagegen mehr die verspielten und amüsierenden Aspekte hervor, für den weltbesten Hippiejoint.

kleine Geschichte des Rauchens

Vom Räuchern zum Rauchen

Das Räuchern, um sich zu berauschen und für medizinischen Zwecke, ist eine uralte Vorgehensweise. Sie ist belegt an keltischen Tonschalen, wird von Hippokrates im antiken Griechenland erwähnt und bei den Römern als Allheilmittel genutzt. Später findet es in unseren Breitengraden vor allem zu Pestzeiten immer wieder Verwendung.
Aber auch in allen anderen Teilen der Welt war und ist Rauch Teil der Entspannungskultur und Heilpraxis.

Vom Räuchern zum Rauchen war es vermutlich nur ein kleiner Schritt. Von den Skythen heißt es, dass sie Huflattich auf heiße Steine legten und zum Zwecke der Heilung mit einem Röhrchen den Rauch einsogen. Und vermutlich kam irgendwer dann auf die Idee die Glut direkt and das Rohr zu basteln. Tadaa, die Pfeife war geboren.

Tabak aus der neuen Welt

Im 16. Jahrhundert kam mit Zucker und Kartoffeln auch der Tabak nach Europa. Dort verdrängte er die Rauchkräuter in Windeseile, schließlich waren die europäischen Herrscherhöfe begeistert von den vielen exotischen Genüssen. Jean Nicot – dem Namensgeber des Nikotins – hatte hierbei wohl zusätzlich großes Geschick, die Adeligen von der neuen Pflanze zu begeistern. Unter anderem soll Katharina von Medici überzeugt gewesen sein, dass Tabak ein wirksames Mittel gegen ihre Migräne sei.

Die Rauchkräuter verschwanden neben dem Tabak nie ganz. Sie wurden noch oft in Notzeiten wieder eingesetzt, um knapp werdenden Tabak zu strecken oder ganz zu ersetzen. Viele der heutigen Knaster-Rezepte beruhen noch auf diesen Erfahrungen – ob Haselnuss- oder Johannisbeere, viele Kräuter sind eben doch leckerer als ihr Ruf und blieben uns als Rauchkräuter erhalten.

Rauchen als Medizin in der Neuzeit

Noch bis spät in 20. Jahrhundert hinein wurde das Inhalieren von Rauch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Zwei Namen stechen heraus:
Zum Einen Sebastian Kneipp, eher bekannt durch seine Hydrotherapie, kurierte im 19. Jahrhundert mit Hilfe glühendem Huflattich sogenannten „Raucherkatharr“.
Und dann gab es die sogenannte „Asthma-Zigarette“, die von 1954 bis in die 80er Jahre als verschreibungspflichtiges Medikament in Österreich erhältlich war.

Pflanzliche Stoffe zu inhalieren wird immer noch genutzt, um uns Wohlbefinden verschaffen. Dabei wird heutzutage oft auf ätherische Öle, wie in der Aromatherapie, und Räucherstäbchen zurückgegriffen und gilt als gesundheitsförderlich und entspannend. Dagegen hat das Rauchen, insbesondere von Zigaretten, durch den übermäßigen Konsum und entsprechende Gesundheitskampagnen stark an Ansehen verloren.

Wir finden jedoch immer noch, dass das gemeinsame Schmauchen eines Pfeiffchens oder einer Kräuterzigarette eine schöne Möglichkeit ist, mit dem Pflanzengeist in Verbindung zu kommen und sich einen Moment der Entspannung zu gönnen – ganz nach unserem Vorbild Christa Öhlinger-Brandner, der Autorin unseres Lieblingsbuchs über Rauchkraut:

„Lieber wenig, aber dafür mit Genuss
und verbunden mit guten Gedanken.“